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Bacardis Tagebuch

Juni 2010

01.06.2010

Das soll ein Kromi mal verstehen, die Sache mit dem Garten! Meine Leute haben im letzten Jahr den Gemüsegarten umgestaltet, nun sieht er eindeutig besser aus als vorher - so viel steht fest. Im ungepflegten Übergangszustand durften Erbse und ich nach Herzenslust auf dem Gartenland herumlaufen, am Zaun Hundefreunde begrüßen und Hundefeinde verbellen (na ja, mit strenger Ansage meiner Leute, das war nicht so erwünscht) - kurz, keinerlei "Betreten verboten" für uns. Nun ist alles fertig und da sieht die Sache anders aus. Allerdings haben wir es ganz gut, der Blumengarten trägt eine Decke aus Mulch, prima zum Drüberlaufen für Mensch und Hund, man sieht keine Fußspuren, alles bestens.
    Was schwierig war für uns Vierbeiner ist der linke Teil, da ist nämlich ein kleines Gemüsegärtchen angelegt worden.... ihr könnt euch denken, dass wir nicht unbedingt über die frisch geharkten Beete laufen und die zarten Salatpflänzchen platt treten dürfen. Anfangs war es echt schwer für uns, wir konnten nicht begreifen, dass wir nicht zu Frauchen dürfen, wenn sie dort abeitet. Zum Glück grenzt eine winzige Hecke aus Buchsbäumchen beide Gartenteile voneinander ab und im Laufe der Frühlings- und Sommerwochen haben wir durch strenge und konsequente Ansage unseres Frauchens so langsam begriffen, dass das die magische Grenze darstellt: links ist tabu, rechts ist erlaubt. Nun liegen wir entspannt im warmen Mulch - rechts von der Minihecke - und passen auf unser Frauchen auf, genehmigen uns ab und an ein Schlückchen Wasser aus dem Brunnen, den unser Herrchen extra für uns angelegt hat. Wir sind eben intelligent und gelehrig und durchaus in der Lage, solche Dinge zu verstehen.... im Gegensatz zu den Katzen der Nachbarschaft, deren Spuren wir deutlich riechen können - auch im Gemüsegärtchen. Tja, die haben nicht begriffen, was geht und was nicht!











05.06.2010

Ich kann skypen!!! Ihr wisst doch alle, was Skype ist, oder? Das ist ein geniales Computerprogramm, mit dem man einfach und flott mit jemandem telefonieren kann - vorausgesetzt, der Gesprächspartner hat ebenfalls dieses Programm installiert und ist online. Haben beide Computer eine Kamera, hat man sogar Bildtelefon!
    Simon ist zurzeit in Australien und reist mit seinem guten Freund Alex herum, um sich Land und Leute anzusehen. Wir halten über Skype Kontakt, telefonieren regelmäßig, um Neuigkeiten auszutauschen und Reparaturtipps für den alten Bus zu geben, den die beiden gekauft haben. Heute war es wieder soweit, Simon war online und auch die Kamera war aktiviert. Frauchen hat mich auf den Schoß genommen, damit ich in die Kamera sehen konnte - Simon hat sich riesig gefreut, mich zu sehen und hat ganz lieb und nett mit mir gesprochen - Simon halt, mein guter Freund ;-). Ich hab nur nicht begriffen, wo seine Stimme herkam, hab den Kopf schief gelegt, gehorcht und endlich sogar unter dem Tisch nachgesehen... hab ihn leider nicht gefunden. Simon hat sich schlapp gelacht, meine Leute auch - irgendwie gemein. Es tat richtig gut, seine Stimme zu hören und beim nächsten Mal bin ich wieder dabei - dann finde ich ihn auch bestimmt, damit er mich mal wieder durchknuddeln kann... das vermisse ich nämlich!





08.06.2010

Erbse und ich sind gebildet - wir haben an einer Kräuterwanderung teilgenommen und wissen nun bestens Bescheid über all das Kraut, das auf Wiesen und an Wegrändern wächst. An all dem sind wir bisher achtlos vorbeigelaufen... na, nicht ganz achtlos, frühstücken Erbse und ich doch regelmäßig leckerste Graspitzen, die uns gut tun und unsere Verdauung anregen.
    Was es aber außerdem noch alles an gesundem Grünzeug gibt, ist schon erstaunlich: Johanneskraut, Wiesenbärenklau, Roter Klee, Spitzwegerich, Giersch, Knoblauchrauke, Gänseblümchen, Löwenzahn, Frauenmantel usw. usw. Die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete wurden uns ausführlich erklärt. Da gbt es verdauungsfördernde Kräuter (na, das wussten wir schon längst), magenberuhigende, schlaffördernde, wundheilende, muskelentspannende Kräuter - solche, die entschlackend wirken - andere, die potenzfördernd sein sollen (hmm, brauchen wir beide eindeutig nicht ;-) - manche kann man essen, in Butter oder Saucen rühren, aufgesetzt trinken, dazu noch die Blüten in Honig einlegen - aus manchen Blütendolden wird leckerster Saft - manche Stängel schmecken wie Spargel, die Blüten dazu wie Broccoli - Blütenknospen vom Spitzwegerich erinnern im Geschmack an Champignons - Gänseblümchen sind lecker und sehen im Salat supergut aus ........ und vieles, vieles mehr. Uns beiden schwirrte der Kopf, obwohl wir in zwei Stunden wirklich nicht sehr weit gelaufen waren und die Zeit hauptsächlich am Wegesrand verbracht haben. Während die nette Frau mit all dem vielen Wissen uns so viel erklärte, hatten wir reichlich Zeit zum Schnüffeln und Inspizieren der unbekannten Wiesen und Wege. Erstaunlich für uns war, dass einer der älteren Herren, der mit an der Wanderung teilnahm, uns beide sofort als Kromfohrländer identifizierte - das kommt zwar in letzter Zeit häufiger vor, freut uns aber immer noch.







14.06.2010

Die Menschheit ist verrückt: Findet da doch weit weg von uns eine Fußball-Weltmeisterschaft statt und plötzlich versinkt Deutschland in einem Meer aus schwarz-rot-goldenen Fanartikeln in den unglaublichsten Varianten. Was es nicht alles gibt - die Menschheit ist schon kreativ, nur kommt bei Kreativität leider nicht immer Schönes heraus. Es gibt Hüte, Zylinder, Kappen (mit und ohne Riesenhände zum Klatschen per Seilzug), Schirme, Tücher, Schals, T-Shirts, Schuhe, Hosen, Schminke, Blumenketten, Schlüsselbänder, Handy-Socken, Sonnenbrillen, unglaublich laute und nerv- sowie trommelfelltötende Vuvuzela-Tröten, Brötchen und Brot in Fußballform, Kekse mit farbigem Zuckerguss, Erdnüsse und Flips in durchsichtigen Plastikfußbällen, ein Set zum Mixen eines Drinks in Deutschlandfarben, dreifarbige Torten in der Konditorei............ und es fehlt bloß noch, dass wir Vierbeiner noch mit solchen Accesoires bedacht werden - nein danke. Und als wäre das alles nicht schon genug, scheint in unserem Land eine spontane Liebe zu Flaggen jeglicher Art ausgebrochen zu sein: Autofähnchen (manche Autos sind beflaggt wie eine Ritterburg im Mittelalter), Fahnen an Häusern, Gartenhütten, an riesigen Masten oder mit langen Holzstäben zum Winken, Fähnchen an Kinderwagen, vor und in Geschäften, Cafés und Einkaufszonen - unfassbar, was Deutschland in dieser Hinsicht für Reserven hat. Das krasseste, was wir gesehen haben, war eine gigantische Fahne, die von einem Hochhausbalkon über drei Stockwerke (und Balkons) in die Tiefe hing - was wohl die dahinter wohnenden Leute dazu gesagt haben????
    Was allerdings toll ist an diesen vier Wochen, die da auf uns zukommen, ist die Freude und gute Laune der Menschen, die überschwappt. Spiele von no-name-Mannschaften werden frenetisch bejubelt, erwachsene Männer fahren stolz die mit Fähnchen beflaggten Autos spazieren, man trifft sich zum gemeinsamen Fußball gucken, grillt was Schönes und genießt einfach nur diese Ausnahmezeit - in vier Wochen ist eh alles vorbei.





16.06.2010

Blöder Tag:
Erst ein Besuch beim Tierarzt zur notwendigen Tollwutimpfung - Erbse und ich wollen doch gerne mit in den Urlaub nach Kroatien, da muss diese Impfung nun mal sein... auch wenn ich gut darauf verzichten könnte, gepiekst zu werden. Die Ärztin war wie immer supernett und lieb, trotzdem finde ich es bei ihr einfach nicht schön und war froh, dass wir nach einer Stunde Wartezeit und 5 Minuten im Behandlunsgzimmer endlich wieder frische Luft schnuppern konnten.
    Beim letzten kleinen Abendspaziergang mit Kathi (extra klein, damit wir uns nach der Impfung nicht noch zu sehr anstrengen und rumtoben) führte der Weg an der Weide der Shetland-Ponys vorbei. Die Weide ist wie im letzten Jahr mit weißen Bändern eingezäunt, die Strom führen. Ihr könnt es euch denken..... wir haben nicht mehr dran gedacht, was passieren kann, und ehe Kathi auch nur den Mund aufbekam, um uns zu warnen und zu sich zu rufen, waren Erbse und ich schon zu nah am Zaun und haben einen ordentlichen Schlag abbekommen. Großes Geschrei (ist aber auch ein schlimmes Gefühl, wenn der Strom durch den Körper saust), anschließend direkt ab nach Hause. Das war es dann mit einem kleinen ruhigen Spaziergang ohne Aufregung, extra wegen der Impfung... na ja, schaden wird's wohl nicht, schön war's aber auch nicht!





18.06.2010

Das hier ist nicht meine Woche, definitiv nicht. Erst das Malheur mit dem Zaun vorgestern, davor der Tierarztbesuch und heute.... na ja, irgendwie ist es mir peinlich.... aber man soll ja immer ehrlich sein:
Heute Mittag wollte Erbse Oma und Opa nebenan mal Hallo sagen und ich ging mit, hab mich aber noch ein Weilchen auf Opas Wiese vergnügt. Anschließend hatte ich richtig Appetit auf mein gewohntes Scheibchen Käse von Oma und bin schwanzwedelnd in ihre Küche gelaufen. Oma war nicht da und Opa...


...hat mich gesehen, einmal tief Luft geholt und hat mich rausgeschmissen!!! Gibt's das denn?? Hmmm, der war auch schon mal netter zu mir. Zu Hause angekommen, telefonierte Frauchen gerade mit dem Opa, der ihr scheinbar allerlei über mich erzählte, jedenfalls sah sie nicht erfreut aus. Als ich an ihr vorbei in mein Körbchen huschte, verschlug es ihr schier den Atem. Musste wohl an dem toten Frosch liegen, den ich auf Opas Wiese gefunden hatte. Der war noch nicht getrocknet, neee, ganz frisch war er noch, jawohl! Und weil mich keiner gestört hat, habe ich den Frosch genossen - rundum sozusagen. Bild anbei! Was folgte, darüber schweige ich, dieses Mal hat Frauchen Lavendelduft an mir ausprobiert.....





24.06.2010

Happy birthday to you, happy birthday, liebe Erbse..... zum 7. Geburtstag! Bleib so fit und munter wie bisher, damit wir noch viele aufregende Verfolgungsjagden durchs Gebüsch und über die Wiesen starten können ;-).







25.06.2010

Ich bin wieder Tante geworden - meine große (Halb)-Schwester Anjouli hat vier Jungs und vier Mädels als B-Wurf vom Liliengraben bekommen. Herzliche Glückwünsche und alles Gute für die nächsten neun wunderschönen und aufregenden Wochen von mir und meiner Familie :-).





30.06.2010

Celly hat uns besucht - einen ganzen Vormittag lang. Sie möchte Ende Juli ein paar Tage Urlaub bei uns machen und heute war sozusagen der Testlauf. Na ja, was soll ich sagen .... einen Test hätten wir nicht gebraucht. Celly kam, marschierte ins Haus, ihr Frauchen fuhr weg und Celly war wieder bei uns daheim, als wäre sie nie weg gewesen. Kein Gejammer, Suchen nach ihrem Frauchen, nichts. Wir haben einen herrlichen, langen Spaziergang gemacht, sind durch den Farnwald getobt, über den Sauerkleeteppich gelaufen, haben im dichten Unterholz Hindernisrennen gespielt, frisches Wasser aus dem Bach getrunken und haben die Zeit aus vollen Zügen genossen.
    Mittags kam ganz spontan Sunny zum Spielen vorbei, ein echt großer und ungestümer, aber sehr liebenswerter Australian Shepherd-Rüde. Wie mit all dem anderen Neuen hier bei uns hatte Celly auch mit Sunny nicht das allergeringste Problem.
    Celly ist mir sehr ähnlich (bis auf die Kopfform, die stammt von Papa Sammy), ist eine kräftige, kompakte Hündin mit dichtem, festem Fell geworden. Sie ist absolut cool, gelassen, durch nichts zu erschüttern, aufgeschlossen Menschen und Hunden gegenüber, freundlich und zugänglich. Meinem Frauchen hat sie gehorcht, als gehöre sie schon immer zu uns - und sie hat mit bestem Appetit mittags eine gewaltige Ladung Hühnerhälse verspeist. Ihre Familie ist superglücklich mit ihr - was wir uns nach ihrem Besuch lebhaft vorstellen können. Wir freuen uns auf Ende Juli, wenn sie ein paar Tage bleiben wird.










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