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Krankheiten

Wir führen sehr viele Telefongespräche mit Interessenten, die möglichst viel über die Rasse der Kromfohrländer erfahren wollen. Fast in jedem Gespräch kommt auch die Frage nach eventuellen "rassetypischen" Krankheiten.
Unsere Standard-Antwort darauf lautet immer: "Es gibt bei den Kromfohrländern keine so genannte rassetypische Krankheit!" Denn wer an solche Erkrankungen denkt, hat meistens die Dackellähme im Kopf oder die Hüftgelenksdysplasie bei größeren Rassen wie Golden Retriever oder Schäferhund. Fast in jedem Fall haben sich solche Krankheiten entwickelt, weil durch Züchterehrgeiz oder Besitzerstolz die Prioritäten in der Zucht auf das äußere Erscheinungsbild des Hundes gelegt wurden, was im Laufe der Zeit zwangsläufig zu Lasten der Gesundheit ging.

Sicherlich spielt bei den Kromfohrländern auch das äußere Erscheinungsbild eine Rolle, es gibt einen Rassestandard, an dem sich in der Zucht orientiert wird, aber die Hauptsache ist von Anfang an die Zucht gesunder und vitaler Hunde gewesen. Deswegen blieb der Kromi auch von rassetypischen Krankheiten wie der oben genannten Dackellähme (Teckel), Hüftgelenksdysplasie (Golden Retriever, Schäferhund), Spondilose (Boxer), Magendrehung / Herzklappeninsuffizienz (Deutsche Dogge), Bandscheibenvorfälle / Atemschwierigkeiten / Geburtsschwierigkeiten (französische Bulldogge), Ohrenentzündungen (bei Rassen mit großen Schlappohren) usw. usw. verschont.

Leider heißt das alles aber jetzt nicht, dass die Kromfohrländer durchweg kerngesund sind und höchstens altersbedingt ihre Besitzer verlassen müssen - das wäre denn doch zu schön, um wahr zu sein. Die in manchen Hundebüchern angegebene Lebenserwartung von bis zu 16 Jahren ist auch deutlich zu hoch gegriffen. Bei bester Gesundheit werden die Kromis aber durchaus 12 bis 14 Jahre alt.
Leider sind auch bei den Kromis Krankheiten vertreten, allerdings nicht in so hoher Prozentzahl - auf die Gesamtpopulation gerechnet -, dass man eben von "rassetypisch" sprechen kann. Die bei den Kromfohrländern häufiger auftretenden Krankheiten sind solche, die man bei vielen anderen Rassen und Mischlingen ebenfalls findet. Der Vorstand und der Zuchtausschuss unseres Rassezuchtvereins und die Züchter tun ihr Möglichstes, um mit Zuchtlenkungsmaßnahmen diese Krankheiten in den Griff zu bekommen und haben auch schon wirklich beachtliche Erfolge erzielt.


In diesem Zusammenhang ein dringender Appell an alle Kromi-Besitzer, die diese Zeilen lesen:

Alle Bemühungen des Vereins um die Zucht gesunder Hunde können nur greifen, wenn Informationen vorhanden sind. Die Zuchtlenkung und alle mit ihr verbundenen Maßnahmen sind nur wirklich wirkungsvoll, wenn der Gesundheitszustand unserer Kromis bekannt ist.

Ein wirksames "Mittel" zum Erkennen von auftretenden Krankheiten, verbunden mit der Möglichkeit der Zuchtlenkung, sind die Gesundheitsfragebögen, die unser Verein in regelmäßigem Turnus an die Kromfohrländer-Besitzer verschickt. Mit vollendetem erstem Lebensjahr, dann drei Mal nach je zwei Jahren und ab dem 7. Lebensjahr des Hundes alle drei Jahre, bekommt man einen solchen Bogen zugesandt.
Ist Ihr Hund gesund und munter und sieht den Tierarzt nur zum notwendigen Impftermin - dann ist alles bestens! Füllen Sie BITTE aber trotzdem den Fragebogen aus, wenn er eintrudelt, machen Sie Ihr Kreuzchen bei dem Punkt "Mein Hund hat keine Probleme" und schicken Sie ihn zurück. Auch Rückmeldungen über gesunde und fitte Hunde sind wichtig!
Hat Ihr Kromfohrländer aber eine vom Tierarzt diagnostizierte Krankheit (z.B. Epilepsie, Digitale Hyperkeratose (Ballenerkrankung), Katarakt, Autoimmunerkrankungen), dann seien Sie bitte so verantwortungsvoll und melden diese Erkrankung umgehend dem Verein. Melden Sie die Erkrankung lediglich Ihrem Züchter, reicht das aber nicht aus. In die Krankheitslisten werden die Hunde nur nach der Meldung durch den Besitzer aufgenommen. Das ist absolut sinnvoll, sonst könnte ja jedes "Gerücht", das herumschwirrt, eventuell fälschlicherweise für den Eintrag eines eigentlich gesunden Hundes sorgen.
Von der Diagnose einer Erkrankung bis zum nächsten Fragebogen kann es unter Umständen fast zwei Jahre dauern und in dieser Zeit werden Würfe geplant, auf die bei Bekanntwerden von Krankheiten unter Umständen verzichtet worden wäre. Das gilt selbstverständlich auch, wenn Ihr Kromfohrländer nicht in der Zucht eingesetzt wird - aber er hat immerhin jede Menge Verwandte, mit denen gezüchtet wird! Selbstverständlich sollten Sie trotz sofortiger Meldung an Züchter und Verein auch weiter die Fragebögen, die Ihnen in Zukunft zugesandt werden, ausfüllen und zurückschicken. Bitte machen Sie sich die Mühe, füllen Sie jeden Fragebogen vollständig aus, auch wenn eine mögliche Erkrankung schon mehrmals gemeldet und beschrieben wurde. Kein Mensch kann alle Daten über die vielen Kromfohrländer im Kopf behalten und weiß, welcher Hund welche Erkrankung hat, deshalb ist ein korrektes Ausfüllen jedes Fragebogens wirklich wichtig!

Unser Rassezuchtverein ist dankbar für Ihre Mithilfe, denn nur durch genügend Feedback können Strategien entwickelt und Maßnahmen zur Eindämmung oder Vermeidung von Krankheiten ergriffen werden.

Die bei den Kromfohrländern häufiger auftretenden Krankheiten sind folgende:

- Epilepsie
- Digitale Hyperkeratose / Corny Feet
- Hereditärer Katarakt
- Autoimmunerkrankungen



Epilepsie

Epilepsie gehört zu den Anfallserkrankungen, d.h., die Anfälle zeigen sich als Muskelkrämpfe, Muskelverspannungen oder Schüttelkrämpfe, die Hunde rudern mit den Beinen, hecheln stark, sind oft nicht ansprechbar. Die Dauer der Anfälle kann stark variieren (von 3 min. bis zu 15 min.), ebenso die Intensität der Anfälle (von lediglichen Zitteranfällen bei vollem Bewusstsein bis zu Anfällen mit Schaum vor dem Maul, Speicheln und Harn- oder Kotabsatz) und die Häufigkeit der Anfälle (von wöchentlich bis jährlich oder auch nur einmalig).

Grundsätzlich werden zwei Arten von Epilepsie unterschieden:
1. Die primäre Epilepsie als angeborene Erkrankung, meistens sind die Hunde beim ersten Anfall schon älter als zwei Jahre.
2. Die sekundäre ("erworbene") Epilepsie, die nicht angeboren ist, sondern als Folge anderer Erkrankungen (z.B. Staupe, organische Entzündungen, Organfunktionsstörungen) auftritt.

Typisch für alle Anfälle ist, dass sie urplötzlich wie aus heiterem Himmel, meist ohne erkennbare Vorzeichen für den Besitzer, auftreten. Die Hinterhand des Hundes wird steif, er stürzt zu Boden, der Körper verkrampft sich bis hin zum charakteristischen "Flitzebogen", der Hund rudert mit den Beinen und hat einen abwesenden, glasigen Blick. Als Besitzer eines betroffenen Hundes kann man wenig machen, man sollte lediglich versuchen, den Hund vor Verletzungen zu schützen, d.h. ihn von Treppen oder evtl. umstürzenden Gegenständen oder Möbelstücken wegtragen, weich lagern und ihm beruhigend zureden. Hilfreich sind in dieser Situation die Notfall- bzw. Rescue-Tropfen, die den Organismus beruhigen. Bald löst sich der Krampf, der Hund wird ruhiger, der Blick wieder klarer und der Atem langsamer. Meistens sind die Hunde nach dem Anfall noch benommen und sichtlich geschafft, bedeutet doch ein solcher Anfall Höchstleistung für den gesamten Organismus. Manche Hunde stehen dann auf, schütteln den Anfall förmlich ab und sind wieder ganz wie vorher, andere brauchen ein längeres Schläfchen, um sich zu erholen. Allen gemeinsam ist aber, dass von dem Anfall keine Spuren zurückbleiben, der Hund reagiert und agiert danach, als ob nichts gewesen wäre.


Behandlung:
Ein Besuch beim Tierarzt nach dem ersten Anfall ist aber notwendig, alleine schon, um durch eine Blutuntersuchung andere, Krämpfe auslösende Erkrankungen auszuschließen. Ob und wann mit einer Behandlung der Epilepsie durch entsprechende Medikamente begonnen wird, muss mit dem Tierarzt geklärt werden. Solange die Anfälle aber relativ leicht und auch nicht zu schnell hintereinander auftreten, reicht die Gabe von Rescue-Tropfen völlig aus.

Die Epilespie (sofern es sich nicht um außerordentlich starke und häufige Anfälle handelt, die natürlich den gesamten Organismus des Hundes extrem belasten und schwächen) beeinträchtigt die Lebensqualität und die Lebenserwartung der betroffenen Hunde glücklicherweise nicht. Die allermeisten erkrankten Hunde erreichen ein ganz normales Alter.


So viel zur Theorie!!
Hat man einen Hund, der an Epilepsie erkrankt ist, bekommt man beim ersten beobachteten Anfall fast einen Schock. So ging es uns im August 2005 mit Erbse. Der Hund windet sich in Krämpfen, die man im ersten Moment des Entsetzens nicht zuordnen kann, er hechelt, ist absolut nicht ansprechbar und sein Herz schlägt derart schnell, dass man das Schlimmste befürchtet. Ist der Anfall dann vorbei, schaltet sich beim Besitzer der Verstand wieder ein und man muss schweren Herzens einsehen, dass der bis dahin muntere und fitte Hund nun krank ist.
Zum Glück gibt es andere betroffene Besitzer und Freunde, die mit Rat und Tat und dringend notwendigem Trost zur Seite stehen und wir danken hier an dieser Stelle allen, die uns in diesen nicht gerade leichten Tagen zur Seite gestanden haben und das auch heute noch tun. Danke für alles!!!

Aber: Trotz allem, trotz der Anfälle, die wahrlich schlimm sind, trotzdem wir uns natürlich wünschen, Erbse wäre gesund, trotz des Verzichts auf den Einsatz des betroffenen Hundes in der Zucht (wie bei uns!) gibt es wirklich schlimmere Krankheiten!
Offensichtlich hat Erbse nicht die schlimmste Form der Epilepsie. Die epileptischen Anfälle kommen in Abständen von etlichen Wochen, gehen relativ rasch vorbei, sie erlebt die Anfälle nicht bewusst und ist hinterher höchstens etwas müde und erschöpft, danach aber wieder fit und munter. Das tägliche Leben und der Rhythmus der Tage und Wochen, die sportlichen Aktivitäten oder Unternehmungen mit ihr können ungehindert weitergeführt werden. Erbse leidet keine Schmerzen, die ihre Lebensqualität einschränken und bis auf die gelegentlichen Anfälle läuft das Leben völlig normal weiter.
Völlig falsch wäre es deswegen, sie "in Watte zu packen", sie zu bemitleiden, ihr Unarten durchgehen zu lassen ("Sie ist doch krank, die Arme!") oder sie zu schonen. Erbse würde sich wahrscheinlich fragen, was unser verändertes Verhalten zu bedeuten hat (sie weiß ja nicht, dass etwas nicht in Ordnung ist), sie würde sich unter Umständen allerlei Unarten angewöhnen, da sie naturgemäß die jetzt lockeren Zügel sofort ausnutzt, und das Leben mit ihr würde durch eigene Schuld etwas schwieriger werden.
Also, im Falle einer solchen Erkrankung heißt es: Weiterleben wie bisher, für alle Fälle die Notfall-Tropfen parat haben, die Anfälle in aller Ruhe gemeinsam mit dem Hund durchstehen und danach wieder zum Alltag zurückkehren.
Wir halten es für sehr wichtig, ein Tagebuch zu führen, in dem alle Anfälle mit Datum, Ort, äußere Umstände etc. aufgeführt sind. Dadurch haben wir z.B. bemerkt, dass Erbses Anfälle bisher immer vier bis sechs Wochen vor der Läufigkeit aufgetreten sind. Wir werden die Sache weiter beobachten........

Empfehlenswerte Links zu diesem Thema:

Epilepsie beim Hund
Amelies HP / Rund um die Gesundheit / Epilepsie
Epilepsie-Artikel aus Amerika
Zipos HP
Wikipedia zum Thema "Epilepsie"

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Digitale Hyperkeratose / Corny Feet


"Hyperkeratose" bedeutet generell: übermäßige Verhornung der Haut. Die Bezeichnung "digital" bezieht sich auf den Fachausdruck für die fünf Pfotenballen des Hundes, die "Digitalballen".
Diese Erbkrankheit heißt nicht umsonst umgangssprachlich "corny feet" = körnige Füße. Bei den betroffenen Hunden ist die Haut aller vier Pfotenballen nicht weich und elastisch, sondern trocken, dick und oft durchzogen von Rissen und Scharten, ähnlich der ausgetrockneten und aufgerissenen Erde. Zur besseren Verdeutlichung des Krankheitsbildes hier vorerst zwei Fotos einer betroffenen Hündin:


Das ist aber nicht der einzige Hinweis darauf, dass der Hund an dieser Erkrankung leidet. Generell müssen drei Merkmale gemeinsam auftreten, die eine Diagnose der digitalen Hyperkeratose (DH) sicherstellen:


Fellstruktur

Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Erkrankung gibt das Fell der neugeborenen Welpen in den ersten zwei bis drei Stunden ihres Lebens. Dieses typisch wellige Kräusel- oder Persianerfell verschwindet aber bald wieder. Allerdings wurden auch schon Welpen mit diesem Kräuselfell geboren, die später absolut gesund und nicht an DH erkrankt waren. Aber trotz allem sollte man gerade diese Welpen im Auge behalten und ihre Ballen immer wieder überprüfen. Bei der Wurfabnahme mit acht oder neun Wochen sind die betroffenen Welpen völlig unauffällig. Hat ein Welpe aber tatsächlich DH, fällt im Laufe des Heranwachsens ca. ab dem vierten Lebensmonat dann deutlich auf, dass das Fell nicht glatt ist, sondern eine typische Kräuselstruktur hat, besonders ausgeprägt im Gesicht. Die Betonung liegt hier auf "gekräuselt", im Gegensatz zu vielen Kromfohrländern, die besonders dichtes, aber lediglich welliges Fell haben. Außerdem sind die Tasthaare an der Schnauze der erkrankten Hunde in der ersten Wachstumsphase bis zum sechsten Lebensmonat ganz deutlich nach vorne zur Nase hin gebogen und können sich später nochmals korkenzieherartig drehen. Manche Hunde leiden aufgrund von DH auch an vermehrtem Juckreiz und müssen sich mehr kratzen als gesunde Hunde.


Ballen

Als weiterer Hinweis für eine Erkrankung fällt beim jungen Hund eine zunehmende Sprödigkeit der Ballen auf. Wie oben schon erwähnt, ist die Haut der Pfotenballen trocken und rissig (mal mehr, mal weniger schlimm) und, statt federnd, rund und elastisch zu sein, wirkt der Ballen eher platt. Zusätzlich können an den Rändern der Ballen Wucherungen auftreten, die wegen ihrer Form "Hornzapfen" genannt werden. Diese Wucherungen weisen eindeutig auf DH hin. Allerdings entwickeln sie sich nicht bei jedem erkrankten Hund.


Krallen

Zusätzlich zu den rissigen Ballen fallen auch bei den Krallen erkrankter Hunde eindeutige Symptome auf. Die Krallen wachsen übermäßig schnell, können vom Hund gar nicht vernünftig abgelaufen werden und sind daher oft auch seitwärts gebogen. Sie enden nicht in einer Spitze, wie beim gesunden Hund, sondern stumpf, wie mit der Krallenzange gerade abgeschnitten. Manche Besitzer betroffener Hunde berichten auch von großer Sprödigkeit der Krallen, die diese leicht splittern und ausfransen lässt.


Nur wenn alle drei Symptome gemeinsam auftreten - Kräuselfell, spröde Ballen mit oder auch ohne Wucherungen und übermäßiges Krallenwachstum - ist der Hund an DH erkrankt, natürlich mit unterschiedlich starker Ausprägung.

Behandlung:
Die DH kann nicht geheilt, nur behandelt werden. Bei den betroffenen Hunden ist eine sorgfältige Pflege der Ballen notwendig, damit die Haut geschmeidig und weich bleibt. Besondere Aufmerksamkeit muss außerdem den Krallen gewidmet werden. Hier ist gründliche Pflege angesagt, die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und unter Umständen geschnitten werden. Gute Dienste leistet hier außer der Krallenzange eine normale Nagelfeile, um die ausgefransten Krallenränder zu glätten. Auch die Daumenkralle, die sich ja nicht abnutzt, darf nicht vergessen werden, weil die Hunde sonst leicht hängenbleiben und sich verletzen können. Sollten beim erkrankten Hund Wucherungen an den Ballen auftreten, müssen sie regelmäßig entfernt werden. Sie sind nicht durchblutet und können daher mit einem Nagelknipser problemlos enfernt werden. Versäumt man das, ist das Abrollen über die Ballen irgendwann gestört und der Hund läuft schief - mit all den Auswirkungen auf Bänder, Sehnen und Gelenke, die man vermeiden kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich bei der DH um eine Krankheit handelt, die den Hund in seiner Lebensqualität und -freude nicht einschränkt. Auf die Lebensdauer erkrankter Hunde hat sie ebenfalls keinen Einfluss. Lediglich der Pflegeaufwand ist natürlich etwas größer als bei einem gesunden Hund.

Empfehlenswerte Links zu diesem Thema:
Ailin (Amelie) von Villa Mondi
- auf der Seite: Rund um die Gesundheit / 2. Digitale Hyperkeratose (Corny Feet)
Grimo-Zeno vom Herrenwis

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Hereditärer Katarakt


Katarakt, auch als Grauer Star bekannt, ist ein allgemein formulierter Sammelbegriff jeder Art von Linsentrübung. Die meisten Formen des Grauen Stars entwickeln sich beim Hund erst später im Leben. So wird der Katarakt oftmals bei alten und diabetischen Hunden beobachtet. Meist schreitet die Trübung der Linse aber sehr langsam voran. Der Hund gewöhnt sich an das eingeschränkte Sehfeld und kommt sehr gut damit zurecht. Erst im absoluten Endstadium der Krankheit kann man auch als Laie die trübe Linse von außen erkennen.

Katarakte sind das Symptom vieler ineinandergreifender Prozesse in der Linse bzw. der Augenkammer. Sie können durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden und ihre Entstehung bzw. Entwicklung kann auch durch genetische Defekte des Stoffwechsels begründet sein. Neben Umwelteinflüssen, z.B. Infektionen oder Vergiftungen, kann es auch durchaus mehrere genetische Gründe dafür geben, dass ein Katarakt angeboren existiert und bleibt (kongenital) bzw. angeboren ist, sich aber erst später entwickelt (nicht kongenital). Daher ist es sehr wichtig, die verschiedenen Bilder der Katarakte zu unterscheiden. Erfahrene Augentierärzte können weitgehend sicher die Erscheinungsformen differenzieren und so mit hoher Wahrscheinlichkeit diagnostizieren, ob ein typisch erblicher (=hereditärer) Katarakt oder ein (z.B. durch Umwelteinflüsse) erworbener vorliegt.

Der hereditäre Katarakt (HC) ist eine Form des erblichen Grauen Stars. Nach bisherigem Wissensstand liegt bei HC ein autosomal rezessiver Erbgang zugrunde. Das bedeutet, auch zwei Elterntiere, die selbst nicht am Grauen Star erkrankt sind, können Trägertiere sein und somit kranke Nachkommen zeugen. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich den Linsenkern und bewirkt eine mehr oder weniger ausgeprägte Sehstörung. Bei starker Sehbehinderung kann die Linse operativ entfernt werden. Leider kann man diese Erkrankung anfangs nicht von außen erkennen, so dass die typische Trübung der Linse nur durch eine Augenuntersuchung beim Augentierarzt festgestellt werden kann.

Was bedeuten nun die Begriffe "kongenital" und "nicht kongenital" in Zusammenhang mit hereditärem Katarakt für den Hund?

"Kongenital" heißt grundsätzlich: bei der Geburt vorhanden.
Bei einer Augenuntersuchung des Welpen zeigt sich dann schon eine deutliche Trübung der Linse. Weil aber die Entwicklung des Auges bei den verschiedenen Rassen in unterschiedlichem Tempo verläuft, kann diese Eintrübung in der Linse auch auf einen fortgeschrittenen Entwicklungsstand des Auges hinweisen, ohne dass der Welpe tatsächlich an HC erkrankt ist. Eine regelmäßig wiederkehrende Untersuchung des Hundes ist dann notwendig, denn oft löst sich die Trübung im Laufe des Heranwachsens auf und der erwachsene Hund hat völlig gesunde Augen.

"Nicht-kongenital" heißt: bei der Geburt noch nicht vorhanden.
Die Erkrankung kann bei einer augenärztlichen Untersuchung des Welpen nicht diagnostiziert werden, der Zeitpunkt des Auftretens des Katarakts variiert. Dieser später auftretende HC ist wohl der, der am häufigsten vorkommt - nicht-kongenital, aber doch erblich. Diese Form des Katarakts kann ab ca. 6 Monaten bis zu ca. 6 Jahren auftreten. Es gibt dokumentierte Ausnahmen, diese Hunde waren sogar älter als 6 Jahre, als der HC diagnostiziert wurde. Für diese Form des HC gibt es aber typische Merkmale, die die Zuordnung zum HC oder einer anderen Form des Katarakts ermöglichen.

Der wissenschaftliche Stand ist derzeit: Es gibt noch keinen DNA-Marker für HC, d.h., es ist derzeit noch nicht möglich, über eine DNA-Analyse den genetisch freien Hund von dem Anlageträger (= gesund, aber Vererber) und dem Merkmalträger (erkrankt) zu unterscheiden.

Fazit: Will man sicher gehen, dass der eigene Hund gesund ist, muss man ihn regelmäßig ab dem Welpenalter untersuchen lassen. Andererseits verläuft aber diese Erkrankung, wie oben schon erwähnt, meistens sehr langsam. Der Hund ist ein Tier, das sich sehr gut auch über die anderen Sinne orientieren kann. Geruchs- und Tastsinn sowie das Gehör sind unglaublich leistungsfähig und ersetzen das langsam schwindende Sehvermögen so gut, dass der Besitzer eines betroffenen Hundes die Erkrankung oft gar nicht oder erst sehr spät bemerkt. Bei geringer Trübung der Linse wird die Lebensqualität der Hunde kaum beeinträchtigt. Sie toben und spielen und bewegen sich unbefangen und unbekümmert - wie ihre gesunden Artgenossen auch!

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Autoimmunerkrankungen


"Autoimmunerkrankung" ist in der Medizin ein Überbegriff für Krankheiten, bei denen sich das Immunsystem des Körpers nicht um seine eigentlichen Aufgaben kümmert, nämlich um die Abwehr von Feinden des Körpers, sondern wo es sich gegen körpereigenes Gewebe richtet. Irrtümlicherweise erkennt das Immunsystem körpereigenes Gewebe als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dadurch kommt es zu schweren Entzündungsreaktionen, die zu Schäden an den betroffenen Organen führen.

Da man auch im Bereich der HPs und deren Inhalten, besonders wo es um allgemeingültige Themen wie z.B. Krankheiten geht, das "Rad nicht neu erfinden" muss, verweise ich an dieser Stelle auf die sehr ausführliche und sehr verständliche Zusammenfassung von Britta Schmidt auf ihrer Homepage (Familienkromi Ailin (Amelie) von Villa Mondi) unter "Rund um die Gesundheit - Punkt 5: Autoimmunerkrankungen/Hautveränderungen". Sowohl mögliche Formen der Autoimmunerkrankungen als auch Symptome, die einen Verdacht auf eine entsprechende Erkrankung nahelegen, werden dort beschrieben, abgerundet und deutlich gemacht durch Bilder von erkrankten Hunden.
Ein weiterer Link führt zur Info-HP über Autoimmunerkrankungen bei Kromfohrländern und anderen Hunderassen, einer Informationsplattform für Besitzer von Kromfohrländern und anderen Hunden, die Symptome einer Autoimmunerkrankung zeigen.


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